Geliebt, gehasst, geehrt

Ken Jebsen
21. Aug. 2020 , No° 16

Die große Leistung des Journalisten Ken Jebsen besteht darin, über ein Jahrzehnt die kritische Intelligenz angeregt und herausgefordert zu haben wie kein zweiter. Tausende Interviews, Buchvorstellungen und Berichte legen Zeugnis ab von einem kontinuierlichen publizistischen Werk, das zu keinem Zeitpunkt mehr behauptete, als es war und ist. Es steht ein hochintelligenter Kopf, offen und menschlich, Kind einer Einwandererfamilie und im besten Sinne ein echter linksliberaler Selfmademan, nicht notwendig — und nicht sein Ziel — mit jedem einzelnen Beitrag jede und jeden einverstanden zu machen. Das kritische Denken selbst ist die Aufgabe.

Jebsen überragt bereits heute alle lebenden Rundfunk- und TV-JournalistInnen bei Weitem und hat seinen Platz in der Geschichte der Journalistik bereits heute verdient. Der Preis der Republik geht an einen echten Öffentlichkeitsmacher, der auch im 19. und 20. Jahrhundert seinen Platz gefunden hätte; seiner ist im 21. Jahrhundert, in dem ihm niemand etwas vormacht. 


Der Preis der Republik für Aufklärung, Courage, freie Debatte, Grundgesetz und Demokratie wird vom Trägerverein dieser Zeitung in Form eines Porträts und einer Medaille am Band verliehen. Bisher ausgezeichnete PreisträgerInnen: Stephan Kohn, Prof. Sucharit Bhakdi, Dr. Alexander Richter, Prof. Karin Reiss, Dr. Walter Weber und die Ärzte für Aufklärung, die 1,3 Millionen DemonstrationsteilnehmerInnen vom »Tag der Freiheit« am 01. August 2020.



»Ich bin natürlich entsetzt, wie schnell und ohne Infragestellung auch in den maßgebenden Medien alle möglichen einander widersprechenden Erklärungen und Maßnahmen angenommen wurden und in der Breite, in der sie durchgesetzt und gegen die leisesten Bedenken und Kritik mit Zähnen und Klauen, unter Missachtung selbst des geringsten Respekts verteidigt werden. Dieses Ausmaß hat mich überrascht und zeigt, wie stabil die Herrschaft ist und wie tiefgehend sie internalisiert ist — vor dem Hintergrund von Angst allerdings.«

Professor Dr. Klaus-Jürgen Bruder ist Psychoanalytiker, Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin und Vorsitzender der Neuen Gesellschaft für Psychologie www.nichtohneuns.de/virus:
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