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Interview

»Ich würde trotz der Konsequenzen alles wieder genauso machen!«

Er widersprach dem Corona-Narrativ der Regierung und musste dafür einen hohen Preis zahlen. FRIEDRICH PÜRNER ist einer der Helden unserer Zeit. Dafür kann er reinen Gewissens in den Spiegel und in die Gesichter seiner Kinder blicken. | DW-EXKLUSIV von Klaus Müller

Von Klaus Müller

Im »besten Deutschland aller Zeiten« (Präsident Steinmeier), in dem es »keine roten Linien« geben soll (Kanzler Scholz), kann man längst nicht mehr seine Meinung sagen – jedenfalls nicht, ohne erhebliche persönliche Nachteile befürchten zu müssen.



Deshalb trauen sich in unserem Land nur noch die Couragierten, offen Kritik am Corona- Narrativ der Regierung zu äußern (die nachweislich eine Lüge ist, wie die Wochenzeitung Demokratischer Widerstand seit 17. April 2020 und mit nunmehr 91 Ausgaben lückenlos aufgedeckt hat).

Einer dieser mutigen Menschen ist Dr. Friedrich Pürner. Der Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen und Epidemiologe sowie Preisträger der Republik. Pürner war Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg (Bayern), ehe er nach mehrfachen kritischen Äußerungen über die Sinnhaftigkeit der Corona-Maßnahmen strafversetzt wurde. Über seinen persönlichen Weg in den vergangenen zwei Jahren hat er ein lesenswertes Buch geschrieben: »Diagnose Panikdemie – Das kranke Gesundheitssystem.«


DW: Herr Dr. Pürner, Sie haben allen Konsequenzen zum Trotz immer standhaft Ihre Meinung vertreten. Sie hätten auch Ihren Mund halten können. Warum war das für Sie keine Option?

Friedrich Pürner: Beim Erkennen von Problemen und Missständen zu schweigen, entspricht nicht meiner Persönlich keit. Als Arzt und Beamter bin ich verpflichtet, mich einzumischen und auf fachliche Ungereimtheiten hinzuweisen. Nichts anderes habe ich getan, als ich bei der Abwägung der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen auf der einen und der Gefährlichkeit des Virus auf der anderen Seite feststellte, dass den Bürgern möglicherweise ein Schaden entsteht. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich war direkt an der Basis tätig. Ich habe gesehen, dass Menschen an Corona erkrankt, manche auch daran gestorben sind, aber auch, was die Maßnahmen mit den Menschen machen. Hinzu kommt: Wir hatten zu keiner Zeit eine Überlastung des Gesundheitssystems.


Meinungsvielfalt war in der Corona-Zeit nicht erwünscht?
F.P.: Das stimmt leider. Wir hatten von Anfang an einen eingeschränkten Meinungskorridor. Als Kritiker wurde man sofort in die Querdenker-Ecke oder in die Nähe der AfD gerückt und mundtot gemacht. Das ist bis heute so.


Haben Sie eine Erklärung dafür?
F.P.: Ich persönlich werde sehr misstrauisch, wenn man auf Kritik mit einer derart ungeheuerlichen Schärfe und Härte reagiert. Es ist ein Zeichen von Schwäche. So verhält sich nur, wer unsouverän ist und keine Argumente hat.


In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Beamte dazu erzogen werden, Vorgesetzten nicht zu widersprechen. Haben Sie sich einst den falschen Arbeitgeber ausgesucht?
F.P.: Dass ich Beamter geworden bin, ist kein Zufallsprodukt. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, weil ich an den Staat, dem System von Recht und Ordnung und unsere Demokratie glaube – auch heute noch. Aber es gibt einen Denkfehler: Viele Politiker glauben, dass Beamte für sie da sind, dabei sind wir Diener des Volkes.


Als Angela Merkel Ende 2020 erklärte, dass alle Querdenker Hilfe von Psychologen bräuchten, gehörten Stigmatisierung, Ausgrenzung und Diskreditierung in Deutschland bereits zur Tagesordnung. Hätten Sie das für möglich gehalten?
F.P.: In diesem Ausmaß niemals. Was mich vor allem erschreckte: Es hat nicht nur jeder gesehen, dass Ungeimpfte plötzlich ausgegrenzt wurden, die meisten haben es zugelassen. Damit war die Spaltung der Gesellschaft vollzogen. Auch hier liegt ein Denkfehler vor: Wenn man mit der Herde läuft, fühlt man sich möglicherweise gut, aber es ist keineswegs so, dass die Mehrheit automatisch und immer Recht hat.


AMTSARZT FORDERT
»NEUTRALE KRITISCHE FACHLEUTE«


Unser Gesundheitssystem bezeichnen Sie als krank, eingefahren und fehlerbehaftet. Was kritisieren Sie konkret?
F.P.: Die Krankenhäuser sind nur noch gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen, aber kranke Menschen und Profitstreben werden niemals zusammenpassen. Man muss Krankenhäuser wieder verstaatlichen und die Patienten so behandeln, wie es nötig ist. Außerdem sollte der Prävention viel mehr Beachtung geschenkt werden.


Es wurden nicht nur tatsächlich Erkrankte gezählt, sondern alle positiven Labormeldungen. Hätte man ohne die Massentests die Pandemie überhaupt wahrgenommen?
F.P.: Ich glaube, man hätte wahrscheinlich von einer schweren Grippe-Saison gesprochen. Aber sicher kann das niemand sagen.


Inzwischen ist klar: Die meisten Pandemie-Maßnahmen in Deutschland waren wirkungslos. Fühlen Sie sich im Nachhinein bestätigt?
F.P.: Für mich war recht schnell klar: Kranke bleiben zu Hause, Abstand halten, Händehygiene, auch beim Einkaufen und in Restaurants – mehr hätte es in der Pandemie für die Allgemeinheit nicht gebraucht. Ja, ich fühle mich bestätigt, aber solange man mich nicht öffentlich rehabilitiert, habe ich davon relativ wenig.


Die Politik versucht nun, einige der Narrative – zum Beispiel den vermeintlichen Fremdschutz der Impfung – aufrecht zu erhalten, obwohl sie längst wissenschaftlich widerlegt sind. Lauterbach bezeichnete die Ungeimpften jüngst erneut als Zumutung. Wie finden Sie das?
F.P.: Als Bundesgesundheitsminister gehen derartige Aussagen überhaupt nicht. Bei Karl Lauterbach fällt es mir sehr schwer, die Fassung zu bewahren. Jeder auch nur halbwegs begabte Verhandlungsführer weiß, dass man in Krisen Manieren und Sachlichkeit bewahren muss, um eine Eskalation zu vermeiden. Ich frage mich schon lange, warum sich Lauterbach diese zum Teil ungeheuerlichen Aussagen leisten kann, ohne dass sie für ihn persönliche Konsequenzen nach sich ziehen.


Er verbreitet sogar bewusst Fake-News, indem er von einer nebenwirkungsfreien Impfung spricht. Für Kritiker ist Lauterbach kein Pandemie-Experte, sondern ein Pharma-Lobbyist. Wie sehen Sie es?
F.P.: Zur Person Lauterbach kann ich nichts sagen, fachlich halte ich von ihm sehr wenig.


Berichte über Impfschäden finden immer mehr den Weg in die Altmedien. Es gibt Mediziner und Wissenschaftler, die bezüglich der Covid-Impfungen vom größten Drama der Medizingeschichte sprechen.Stehen wir vor einer Katastrophe?
F.P.: Das wird die Zeit zeigen. Aber wir sollten aufpassen, dass wir nicht in denselben Sprachmodus verfallen. Extreme sind nie gut. Klar ist: Die Impfung hält nicht, was versprochen wurde. Sie verhindert weder eine Erkrankung noch eine Übertragung. Und es zeigt sich, dass nun doch erheblich mehr Nebenwirkungen auftreten. Als ich mich im Fall Joshua Kimmich einst auf Twitter eingeschaltet hatte und auf mögliche Spätfolgen verwies, wollte man mich durch den Fleischwolf drehen. Um es nochmals klar und deutlich zu sagen: Wer sich freiwillig impfen lassen möchte, soll dies nach einer ordentlichen Aufklärung bitte tun. Aber nach meinem Verständnis darf eine Impfung niemals zur Pflicht werden, wenn dadurch nur ein einziger Mensch zu Tode käme oder von einer schweren Nebenwirkung betroffen wäre.


Sie forderten vor Wochen eine Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen ohne Hass und Hetze, aber mit dem Ziel, entsprechende Personen zur Verantwortung zu ziehen. Zuletzt twitterten Sie allerdings: »Die Evaluation ist bereits zu einer Farce geworden und unrettbar verloren.« Ist eine Aufarbeitung nicht weiterhin zwingend notwendig?

F.P.: Natürlich muss alles evaluiert werden, aber nicht von einem Gremium mit Leuten, die Maßnahmen bewerten, die sie selbst veranlasst haben. Was hat das noch mit Objektivität zu tun? Für die Aufarbeitung sind neutrale, kritische Fachleute, Epidemiologen, aber auch Juristen, vonnöten, die keine Bedenken haben, sich gegen den Wind zu stellen.


Sie fordern auch, dass künftig in der Gesundheitspolitik wieder mehr Fachlichkeit und Menschlichkeit einkehren soll, um die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden. Ist das mit dem derzeitigen Gesundheitsminister möglich?
F.P.: Nein! Er steht nicht für einen Zusammenhalt unserer Gesellschaft, sondern für Ausgrenzung. Das macht er mit seinen Aussagen immer wieder deutlich. Karl Lauterbach war für das Amt des Bundesgesundheitsministers von Anfang an ungeeignet.


»Rücktritte sind altmodisch und so was von gestern. Politiker dürfen sich alles erlauben... vor allem die neue Bundesregierung.« Ein weiteres Wort von Ihnen, das klingt, als hätten Sie das Vertrauen in Politik und Regierung verloren?
F.P.: Ein Stück weit auf jeden Fall. Hätte ein Politiker vor Corona dazu aufgerufen, einen bestimmten Teil der Bevölkerung auszugrenzen, wäre das eine unglaubliche Entgleisung gewesen, die einen Rücktritt zur Folge gehabt hätte. Seit der Pandemie habe ich das Gefühl, vielen Politikern ist jegliches Fingerspitzengefühl abhanden gekommen. Sie dürfen Tabus brechen, ohne dass es Konsequenzen für sie hat. Da darf man sich nicht wundern, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in die Politik verlieren. Man stelle sich mal vor, eines Tages käme tatsächlich ein gefährlicher Erreger auf uns zu.


Was dann?
F.P.: Dann wird es schwer bis unmöglich, einen großen Teil der Bevölkerung von der Gefährlichkeit zu überzeugen. Diese Menschen würden es vermutlich erst glauben, wenn sie sehen, dass Leute tot auf der Straße umkippen. Aber dann wäre es bereits zu spät. Umso wichtiger ist es, dass man wieder Vertrauen aufbaut. Deshalb braucht es eine seriöse Aufarbeitung und einen Neuanfang mit anderen politischen Akteuren.


Die Bundesregierung hatte bis Anfang April 2022 bereits insgesamt 677 Millionen Dosen Corona-Impfstoff bestellt. Warum so viele?
F.P.: Ein Impfstoff ist grundsätzlich da, um verimpft zu werden. Entweder hat der dafür Verantwortliche eine erhebliche Dyskalkulie oder er ist davon ausgegangen, dass die Impflicht auf alle Fälle kommen wird. Vielleicht wollte die Bundesregierung auch einfach auf Nummer sicher gehen, weil die einzelnen Hersteller möglicherweise eine rechtzeitige Lieferung
nicht verbindlich zusagen konnten.


MAN WIRD SICH ERINNERN:
»SIE HATTEN DOCH RECHT!«


Die einrichtungsbezogene Impfpflicht wurde nun am 19. Mai 2022 im Bundesverfassungsgericht unter Stephan Harbarth bestätigt, weil – so die Begründung – vulnerable Gruppen geschützt werden müssten. Wie bewerten Sie das?
F.P.: Ich bin kein Jurist, aber klar ist doch: Die Impfung ist mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen behaftet. Und der Staat darf nicht Leben opfern, um Leben zu retten. Für die betroffenen Menschen im Pflege- und Gesundheitswesen ist die Situation katastrophal: Sie arbeiten aufopferungsvoll und zum Teil seit vielen Jahren in ihren Jobs und werden nun ohne Sinn und Verstand einfach rausgekickt.


Sie erklärten, dass die Pandemie vorbei sei und 99 Prozent der erwachsenen Bevölkerung durch Impfung oder durchgemachte Erkrankung immunisiert seien. Viele Menschen denken allerdings mit Bauchschmerzen an den kommenden Herbst. Wie hoch ist die Gefahr, dass dann wieder Angst und Panik verbreitet und wir erneut über eine Impfpflicht debattieren werden?
F.P.: Sehr hoch – wenn die jetzigen Verantwortlichen noch im Amt sein sollten. Dann wird es im Herbst erneut sehr ungemütlich. Sie werden versuchen, den Hype aufrecht zu erhalten. Dass man mit den unsäglichen Massentests wieder Positive finden wird, liegt in der Natur der Sache. Das gilt auch für neue Mutationen. Während wir hier reden, entsteht wahrscheinlich schon wieder eine neue Variante. Jeder, der im Medizinstudium aufgepasst hat, weiß, dass dies nichts Besonderes ist. Sollte sich eine neue Mutation durchsetzen, ist sie vielleicht infektiöser, aber wahrscheinlich weniger krankmachend. Vorab bereits vom Gegenteil auszugehen und von einer Supermutante zu sprechen, die uns alle dahinrafft, ist völliger
Blödsinn.


Gibt es etwas, das Sie aus heutiger Sicht bereuen?
F.P.: Jeder Mensch macht Fehler. Aber ich würde trotz der Konsequenzen alles wieder genauso machen.


Sie sprachen vorhin von Rehabilitierung. Wie groß schätzen Sie die Chancen dafür ein?
F.P.: Zwei Dinge sind klar: Meine berufliche Karriere ist zu Ende. Und mir geht es nicht gut. Das sage ich ganz offen.Wenn Kritiker das amüsant finden, sollen sie ruhig lachen. Was man mit mir macht – es hat nie aufgehört – ist unanständig. Alles, was mir widerfahren ist, wirkt tief hinein in mein Privatleben. Aber den Preis dafür zahle ich, sogar gerne. Mir ist bewusst, dass dies wie ein Widerspruch klingt. Aber ich kann reinen Gewissens morgens in den Spiegel und abends in die Gesichter meiner Kinder blicken, ohne dass ich mir etwas vorwerfen muss. Ich bin niemandem böse, auch nicht hasserfüllt.


In Ihrem Buch zitieren Sie Mahatma Gandhi: »Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du.« In welcher Phase befinden Sie sich derzeit?
F.P.: Ich werde immer noch bekämpft. Die Aufarbeitung wird viele Jahre dauern. Ich weiß nicht, ob ich den Zeitpunkt meiner Rehabilitierung noch erleben werde, aber er wird kommen und wenn es 50 Jahre dauert. Dann wird man sich an bestimmte Menschen erinnern und sagen: Sie hatten doch Recht!


Herr Dr. Pürner, wir danken Ihnen für das Gespräch.




Klaus Müller war viele Jahre als Sport- und Musikredakteur tätig, arbeitet seit 15 Jahren als freiberuflicher People-Journalist.


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Pürner: »Diagnose Panikdemie – das kranke Gesundheitssystem« ist im Langen-Müller-Verlag München 2021 erschienen.




Dieser Text erschien in Ausgabe N° 91 am 27. Mai 2022




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