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Was kostet das Afghanistan-Desaster?

Milliarden von Steuergeldern wurden im Afghanistan-Krieg in den Sand gesetzt. Journalisten decken nun die versteckten Kosten auf.

Von Hermann Ploppa

Wir wissen es alle: die Bundesregierung hat kein Geld. Das wird uns immer wieder eingehämmert. Die Hege und Pflege öffentlicher Gebäude wird sträflich vernachlässigt. Neue Kinderhorte sowie Schulerweiterungen werden schon seit einiger Zeit in billigen Blechcontainern untergebracht. Landstraßen bekommen immer größere Schlaglöcher. Auch für Pflegepersonal ist nie genug Geld da, sodass schon ganze Abteilungen in Krankenhäusern dicht machen müssen, wenn die verbliebenen Krankenpfleger mal umfallen.


Und dann leisten wir uns den Luxus, an Kriegen in fernen Plätzen dieser Erde teilzunehmen, wo wir eigentlich gar nichts verloren haben. Aber wir müssen halt unserem Freund USA und dessen Schildknappenverein Nato einen Gefallen tun. Zudem wird unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt. Vom Hocker gerissen hat der Afghanistan-Krieg die Deutschen eigentlich nie. Das Abenteuer in Nahost wurde kontinuierlich von zwei Dritteln aller befragten Bundesbürger abgelehnt. Trotzdem segnete der Deutsche Bundestag mit satten Mehrheiten immer neue Etatrhöhungen für den Hindukusch-Ritt ab. So funktioniert wahre Demokratie, oder?

Die deutsche Mainstream-Presse möchte auch nicht so gerne nachfragen, was der Afghanistan-Krieg uns bislang gekostet hat. Nur RT Deutsch bohrt immer mal wieder nach. Und so erfahren wir, dass im Jahre 2018 die Fraktion der AfD im Bundestag eine kleine Anfrage wegen der Afghanistan-Kriegskosten gestartet hat. Und lesen Sie mal genau die Antwort der Bundesregierung auf die AfD-Anfrage: »Für die Beteiligung der Bundeswehr an den Einsätzen ›International Security Assistance Force‹ (ISAF), ›Operation Enduring Freedom‹ (OEF), ›United Nations Assistance Mission in Afghanistan‹ (UNAMA) und der ›Resolute Support Mission‹ (RSM) in Afghanistan wurden durch den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung von 2001 bis zum 31. Juli 2018 insgesamt rund 11,2 Milliarden Euro an einsatzbedingten Zusatzausgaben geleistet.« Geschickt herausgewunden: »einsatzbedingte Zusatzausgaben«


DIE KOSTEN DER INVASION WERDEN VERSTECKT


Aber auch die regulären Unterhaltungskosten der Truppe vor Ort schlagen zu Buche. Und dann fallen Kosten an, die in den Ausgaben anderer Bundesministerien versteckt sind, besonders im Außenministerium, im Ministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit, im Innenministerium – ja sogar das Landwirtschaftsministerium und das Kulturressort müssen was abgeben für das Schlachten am Hindukusch. RT Deutsch kommt in seiner Rechnung damit bis 2018 bereitauf Kosten in Höhe von 16,4 Milliarden Euro. Das Portal verweist zudem auf eine Rechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahre 2010. Demzufolge hätten die deutschen Streitkräfte bereits damals Kosten von bis zu 33 Milliarden Euro verursacht. Der deutsche Einsatz in Afghanistan würde jedes Jahr drei Milliarden Euro verschlingen. Rechnen wir mal zwanzig Jahre, da kommen wir auf locker 60 Milliarden Euro.

Die Beträge nehmen sich eher geringfügig aus, verglichen mit dem Aufwand, den die USA betreiben mussten. Auch seitens der US-Regierung wird erst einmal tief gestapelt. Auch dort möchte man am liebsten nur über die losgelösten reinen Einsatzkosten vor Ort reden. Die belaufen sich auf 800 Milliarden Dollar für den Einsatz der eigenen Jungs am Hindukusch. Hinzu kommen etwa 85 Milliarden Dollar für die Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Streitkräfte. Das amerikanische Magazin für Reichtum und Schönheit Forbes macht den Spielverderber und spricht glatt von über zwei Billionen US-Dollar Kriegskosten für die USA.

Anlass für den konzertierten Waffengang der westlichen Wertegemeinschaft nach Afghanistan waren bekanntlich die Ereignisse des 11. Septembers 2001, der sich in Kürze zum zwanzigsten Mal jährt. Dieser Anschlag, der angeblich von einem globalen Netzwerk Al Kaida ausging, lieferte die Begründung, Afghanistan zu überfallen, um dort die Terrorzelle mit Stumpf und Stiel auszulöschen. Den Schaden durch den Anschlag auf das World Trade Center schätzt die Münchner Rückversicherung auf vierzig Milliarden Dollar, andere Schätzungen gehen von 60 Milliarden Dollar aus. Diese Schadensberechnungen sind alle eher oberflächlich. Nicht einberechnet sind die Langzeitkosten für die Umwelt, den ruinierten Handel, ruinierte Infrastruktur und medizinische Nachsorge. Die Brown-Universität in Rhode Island hat ausgerechnet, dass für die medizinische und psychiatrische Betreuung sowie die Pflege der Kriegsveteranen
aus Afghanistan- und Irak-Krieg bis zum Jahre 2050 ein Betrag in Höhe von zwei Billionen US-Dollar anfallen wird.


MILLIONEN MENSCHEN MÜSSEN FLÜCHTEN


Von den Flüchtlingen haben wir bis jetzt noch gar nicht gesprochen. Bundesinnenminister Seehofer schätzt die Anzahl der Personen, die jetzt Afghanistan aus Angst vor den Taliban verlassen werden auf 300.000 bis zu fünf Millionen. Die werden sich dann zu den bereits im Jahre 2018 laut UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR über 70 Millionen Menschen gesellen, die bereits vor Kriegen oder vor Umweltzerstörung oder der Zerstörung der Landwirtschaft auf der Flucht sind. Diese Menschen sind zutiefst zu bedauern. Wer von diesen Unglücklichen bis in das gelobte Land Deutschland gekommen ist, hat sechs Richtige mit Zusatzzahl gezogen.

Die allermeisten Flüchtigen dieser Welt vegetieren in Nachbarländern ihrer Heimat mehr schlecht als recht in Zeltstädten, die sich nur noch graduell von Konzentrationslagern unterscheiden. Auf engstem Raum zusammengepfercht haben sie keine Perspektive, hier jemals herauszukommen. Irgendwann werden sie hier verbittert sterben, ohne jemals irgendein Erfolgserlebnis gehabt zu haben. Wenn es ihnen gelingt, sich irgendwo in die Gesellschaft zu integrieren, müssen sie immer noch auf der Hut sein, ob die Einheimischen sie auch wirklich dauerhaft dulden.

Es gibt allein in Afghanistan drei Millionen Binnenflüchtlinge. 2,6 Millionen Afghanen leben in Iran, 1,5 Millionen in Pakistan, und 200.000 in der Türkei. All diese unfreiwilligen Gastgeberländer wollen auch von den Verursachern der Kriege nicht ganz zu Unrecht einen finanziellen Ausgleich bekommen. Das weiß auch Frau Merkel. Sie rief sofort nach Bekanntwerden des Ansturms der Flüchtlinge auf Kabul den Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen Filippo Grandi an. Die großen Kriegsverursacher-Länder USA, Deutschland und Frankreich halten sich die UNHCR, um die Opfer ihrer Kriegspolitik in Lagern zu parken. Allein Deutschland zahlt jedes Jahr etwa 400 Millionen Dollar in die Kasse der UNHCR ein. Das ist im Verhältnis zum Schaden durch die verursachten Kriege lächerlich wenig.

Angela Merkel kann jetzt keine Bilder von Flüchtlingsströmen in die Bundesrepublik Deutschland gebrauchen. Sonst knöpft die AfD den Unionsparteien wichtige Wählerprozente ab. Stichelwort »Wir schaffen das«. Frau Merkel möchte gerne von Herrn Grandi, dass er die flüchtigen Afghanen erst mal bis nach der Wahl in Pakistan unterbringt. Da müssen wir aber auch wieder schön nett zu Pakistan sein und dort mal ein bisschen Geld »rüberwachsen« lassen. Wie viel, das werden wir wohl kaum erfahren. Wer weiß, in welchem Ministerium die Kosten wieder versteckt werden.


Hermann Ploppa ist Buchautor und Chef des Wirtschaftsressorts dieser Zeitung.




Dieser Text erschien in Ausgabe N° 60 am 27. Aug. 2021




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