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»RAUTE MUSS WEG«

Oder wie eine rechtsoffene Aktion entlarvt wurde. Ein »Blick von links«.

Von Carsten Fuchs

»Extrem fehlendes Feingefühl« war der Artikel überschrieben, in dem sich Johannes Kopp in der regierungskonformen Tageszeitung Taz über fast eine halbe Seite darüber aufregte, dass der Bayern-München-Trainer Hansi Flick etwas ganz Unerhörtes tat.

Flick kritisierte doch tatsächlich den allgegenwärtigen SPD-Hygieniker Karl Lauterbach. Dabei hatte Flick nun nicht etwa im Sinn, den Corona-Lockdown zu kritisieren. Er war nur über die Reisebeschränkungen seiner Kicker sauer und bezeichnete Lauterbach als »sogenannten Experten, der sich zu allen äußern müsse«. Zudem hatte Flick noch ganz staatstragend Merkel gute Noten erteilt.

Eigentlich nichts Neues in der Fußballwelt, die ja schon immer mehrheitlich eher zu CDU/CSU als zur SPD tendiert. Doch warum schafft es die Lauterbach-Schelte durch Flick überhaupt in eine Zeitung und dann noch auf einer halben Seite? »Flick dürfte – wenn auch unfreiwillig – den Kessel weiter aufgeheizt haben. Sich selbst hat er geschadet, weil er durch seine Wortwahl ('sogenannte Experten') auch manche Fans unter den Querdenkern und Lauterbach-Hassern gewonnen hat«. So bringt es Johannes Kopp fertig, einen CDU-nahen Bayern-Trainer, der seit einem Jahr vor leeren Rängen herumspringt, mit den Grundgesetzfans und Querdenkern in Verbindung zu bringen: Das nennt man quergedacht!

Vorher wird noch erwähnt, dass Karl Lauterbach erst wenige Stunden vor Flicks Kritik bekannt gemacht hat, dass er in sozialen Netzwerken »Hetze und Aggression« ausgesetzt gewesen sei. Musste Lauterbach daher zur Persona Non Grata werden, die nicht mehr kritisiert werden darf? Wollte man diese Logik im innerlinken Streit anwenden, dürften KommunistInnen ebenso wenig kritisiert werden wie AnarchistInnen. Denn beide sind nicht nur immer wieder Hetze und Aggression in sozialen Netzwerken ausgesetzt, sondern werden oft auch von der Justiz belangt. Das hat aber in der Regel harte Kritik in der linken Szene bis zu Ausschlüssen nicht verhindert.

So scheint die Regel »Kein kritisches Wort über Menschen, die bereits in sozialen Netzwerken angegriffen wurden« wohl nur für bestimmte Politiker*innen zu gelten. Flick hatte ja noch Glück, dass er Merkel ausdrücklich gelobt hat. Das wird ihm auch von Johannes Kopp als mildernder Umstand angerechnet. Und nicht nur von ihm. Flick bekam nach einer Quasi-Entschuldigung bei Lauterbach eine Art Bewährung. Er darf als Trainer weitermachen, steht aber jetzt unter einer besonderen Beobachtung.

WARUM NICHT »RAUTE MUSS WEG«?

Nicht auszudenken, wenn er auch noch erklärt hätte, dass er die allgegenwärtige Merkel auch nicht mehr sehen kann. Von einen Bayern-München-Trainer darf man soviel Distanz zur Macht nun wirklich nicht erwarten. Aber von denen, die sich als Linke bezeichnen, wobei hier nicht eine Partei, sondern ein politisches Umfeld definiert werden soll, das sich einen Abstand zur Macht, zu Staat und Nation einmal auf die Fahnen geschrieben hat, muss man natürlich erwarten, dass da mal jemand ruft. Etwa: »Frau Merkel, ziehen sie sich eine Ganzkörpermaske an. Ich kann sie nicht mehr sehen.« Das wäre nach 16 Jahren Merkelei eigentlich eine Reaktion, die man von großen Teilen der Bevölkerung massenhaft erwarten könnte, vor allem von denen, die fast ihr ganzes Leben mit Merkel als Kanzlerin verbracht haben.

Die nicht mehr ganz so Jungen werden sich an die späteren 1990er Jahre erinnern, wo der Wunsch nach einem Ende der Ära Kohl zu einem Massenphänomen wurde und mit mancher humoristischen Einlagen ausgedrückt wurde. »Birne muss weg« war ein beliebter Spruch, der vom Juso bis zum Autonomen verstanden wurde und in Form von Spucki genannten Aufklebern oft mit der charakteristischen Kopfform des Altkanzlers massenhaft unter die Leute gebracht wurde.

Man stelle sich nur vor, nach 16 Jahre Merkel würde die Parole »Raute muss weg« mit der entsprechenden Handbewegung ebenso massenhaft verbreitet. Sofort würden die Johannes Kopps dieser Medienwelt in seitenlangen Artikel diesem Phänomen auf den Grund gehen und am Ende dann zu der Überzeugung kommen, da müssen sich »Querdenker und Corona-Leugner« eine neue perfide Propagandastrategie ausgeheckt haben, weil die Parole »Merkel muss weg« natürlich sofort in die rechte Ecke eingeordnet würde. Und es gäbe dann natürlich sofort Linke mit und ohne Parteibuch, die feststellen, die Parole »Raute muss weg« sei misanthropisch, frauenverachtend, antifeministisch, diskriminierend, sie sei ein Angriff auf die parlamentarische Demokratie und ihre RepräsentantInnen.

Eine Abgeordnete der Grünen würde sicher mutmaßend, dass die ganze Aktion von Russland finanziert werde. Diskussionsrunden mit VertreterInnen der staatsfinanzierten »Nichtregierungsorganisation« Amadeu-Antonio-Stiftung würden darüber diskutieren, ob es sich bei der Verbreitung der Parole »Raute muss weg« um Gaslighting oder Dogpilling handelt, oder ob es vielleicht eine Kombination von beiden ist, die einen eigenen Fachbegriff erfordert. Darüber werden wir bald neues erfahren, wurde uns versprochen, weil eine entsprechende Doktorarbeit am Fachbereich Politische Wissenschaften der Freien Universität Berlin erfolgreich verteidigt ist.

Auch die Autonome Antifa Treptow-Süd/Kiehlufer (Treff gleich beim Regierungsparteibüro) meldet sich mit einer exklusiven Recherche zu Wort. Ihr seien die Bestelllisten der Raute-muss-weg-Aufkleber zugespielt worden. Unter den Zigtausenden KundInnen seien auch AfD-Mitglieder und sogar einige von deren Bundestagsabgeordneten. Daher müsse die Kampagne »Raute muss weg« als rechtsoffen bekämpft werden. Seitdem sieht man fleißig junge AntifaschistInnen am Werk, die überall nach »Raute muss weg-Aufklebern« spähen.

Der Umgang damit ist allerdings unterschiedlich. Einige Regierungsantifagruppen empfehlen die alten Methoden: Abreißen und wenn das nicht geht, den Aufkleber mit einen stumpfen Gegenstand unlesbar zu machen. Andere Regierungsantifagruppen haben bessere Ideen. Sie haben ein Sortiment an Aufklebern entworfen, mit denen die inkriminierten Raute-muss-weg-Spuckis überklebt werden sollen. Da ist für jeden Geschmack was dabei. »We love Merkel« verkündet der eine, »Merkel for ever«einanderer.Dochzudenbeiden Favoriten wurden Aufkleber mit der Parole »Schöner leben mit Merkel« und »Wonderwoman Merkel«. In Leipzig soll sich bereits eine Regierungsantifagruppe mit den Namen »Merkels Enkel*innen« gegründet haben.

»FROH IM MERKEL­STAAT ZU LEBEN«

Doch auch im linksliberalen Raum hat die Raute-muss-weg-Kampagne viel Betroffenheit ausgelöst. »Man freut sich über Merkels Kurs und darüber, dass Wissenschaftler an der Macht sind«, erklärt der Liedermacher Reinald Grebe und setzt gleich noch einmal nach, dass er schon froh sei, in einem Merkel-Staat zu wohnen, wo vorne eine Wissenschaftlerin sitzt, die alles abwägt. Auch der in Greifswald lebende Heilpraktiker Torsten Galke springt für Merkel in die Bresche: »Als radikaler Linker freue ich mich, mittlerweile seit 2015, dass Merkel an der Macht ist, und verteidige die bundesdeutsche FDGO...«, gibt Galke den geläuterten Ex-Linken. »In der Welt, in der ich lebe, habe ich mittlerweile Angst, dass meine eigenen Ideale einer Welt ohne Polizei, der Gleichberechtigung und gemeinsamer Teilhabe an politischen Prozessen Wirklichkeit werden könnten«, spricht Galke aus, was viele Konzern- und Regierungslinke sonst eher im kleinen Kreis formulieren. Dass es den Gegnern der »Merkeldiktatur nicht darum geht, die Demokratie durch ein progressiveres Instrument zu ersetzen, sondern die Anführer und Organisatoren der Corona-Ignoranten gut in braun-blaue Kreise zu vernetzen«, weiß auch Galke. Daher versucht er erst gar nicht, eine linke Merkel-Kritik zu formulieren. Daher gibt es auch nach 16 Jahre Merkel keine Raute muss weg-Bewegung und ein Großteil der Restlinken kann sich anscheinend wirklich nichts Schlimmeres vorstellen, als eine Welt ohne Merkel. 


Carsten Fuchs schreibt hier unter Pseudonym. Die Autorin lebt in Hamburg, ist an­sonsten in sehr bekannten sogenannten linken Publikationen zu lesen, die wegen deren Unterordnung unter die Regierungslinie nicht aufgezählt werden sollen. 




Dieser Text erschien in Ausgabe N° 38




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