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MENSCHLICHES, ALLZUMENSCHLICHES

Der britische Gesundheitsminister erträgt das Kussverbot nicht mehr.

Von Casey Koneth

Erinnern Sie sich noch wie der einstige französische Präsident François Hollande bei seiner Liebesaffäre mit der Schauspielerin Julie Gayet erwischt wurde? Ein Bild für die Boulevard­-Götter: Der Präsi­dent der République, getarnt mit ei­ nem Helm, fährt heimlich auf einem Motorroller zu einem Tête-à-Tête mit seiner Geliebten. Das war 2014. Und wissen Sie noch, wie der einstige US­Präsident Bill Clinton aufgrund seiner Sexaffäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky fast sein Amt verloren hätte? Legendär. Das war 1998, ebenfalls weit vor der Corona-Ära.

Alle Welt ergötzte sich daran, dass auch die größten Machthaber keine Heiligen sind, sondern sich mitunter durch das, was sich unterhalb ihrer Gürtellinie befindet, steuern lassen. Kommt in den besten Kreisen vor. Es entlarvte sie als fehlbar, machte sie menschlich. Sie verstießen zwar gegen allgemeingültige Anstandsregeln, aber noch nicht gegen allseits verordnete Abstandsregeln. Das waren noch Zeiten!

Und heute? Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock musste jüngst seinen Hut nehmen, da er von der Boulevardpresse dabei erwischt wurde, wie er eine Kollegin küsste. Dazu muss man wissen: Die beiden sind verheiratet, nur nicht miteinander. Doch wer nun denkt, das sei der Rücktrittsgrund: weit gefehlt. Zum Zeitpunkt der sogenannten Kuss-Affäre galt in Großbritannien ein Kontaktverbot zu Menschen aus anderen Haushalten. Und gegen dieses Kontaktverbot hat eben jener Gesundheitsminister verstoßen, der das Verbot verhängt hatte. Ist das nicht wunderbar? Ein Gesundheitsminister, der seine eigene Abstandsregel einfach nicht mehr erträgt. Damit ist Hancock selbst der wandelnde – um nicht zu sagen: küssende – Beweis, dass dieses ganze Social Distancing schlicht und ergreifend unmenschlich ist. I love it!

AUSGERECHNET HANCOCK SPIELTE SITTENWÄCHTER

Und es kommt noch dicker. Ausgerechnet der beim unrechtmäßigen Küssen erwischte Matt Hancock hatte sich im Mai letzten Jahres noch darüber echauffiert, dass ein anderer Brite gegen die Abstandsregeln verstoßen hatte: Prof. Neil Ferguson, Epidemiologe und seinerzeit Mitglied des Wissenschaftsrats der britischen Regierung. Er war aufgrund seiner apokalyptischen Modellrechnungen für die Kontaktsperre in Großbritannien verantwortlich. Sozusagen das britische Pendant zu unserem Drosten. Besagter Prof. Ferguson verstieß gegen die von ihm selbst empfohlene Kontaktsperre, indem er – genau! – seine Geliebte empfing. Woraufhin Gesundheitsminister Hancock sich empörte und sogar ein Strafverfahren gegen ihn forderte. Woraufhin Ferguson seinen Posten räumte. Tja, und ein Jahr später hält Moralapostel Hancock die Abstandsregeln nun selbst nicht mehr aus und muss gehen.

Hancocks Rücktritt wurde wiederum von Dominic Cummings befeuert, dem ehemaligen Chefberater von Premier Boris Johnson. Ehemalig, weil auch er vergangenes Jahr gegen die Corona-Regeln verstoßen hat, indem er während des Lockdowns im März 2020 mitsamt seiner Frau und seinem Sohn zu seinen Eltern fuhr. Ein Familienbesuch. Wo gibt’s denn sowas?! Als diese strikt verbotene Aktion ans Licht kam, konnte er sich zunächst noch in der Downing Street halten, im November 2020 musste er schließlich seinen Schreibtisch räumen. 

RÜCKKEHR ZUR MENSCHLICHKEIT

Wenn selbst diejenigen, die für die Abstandsregeln verantwortlich sind, die Regeln brechen, dann ist das, ja, Heuchelei. Aber auch: menschlich, allzu menschlich. Und es zeigt einmal mehr, wie sehr die Kontaktverbote gegen unser aller Menschsein verstoßen. In anderen Worten: Der eigentliche Skandal besteht nicht in den Regelverstößen, sondern darin, dass diese unmenschlichen Regeln überhaupt erlassen wurden. Sie gehören schnellstens abgeschafft. Dann gibt's vielleicht auch endlich mal wieder Skandale, die Spaß machen.




Dieser Text erschien in Ausgabe N° 53




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